«Innovative Technologien und verantwortungsbewusste Rahmenbedingungen sind die Grundvoraussetzungen für ein nachhaltiges Wachstum»

Markus Assfalg, Leiter Standortförderung Kanton Zürich

Interview mit Markus Assfalg, Leiter Standortförderung Kanton Zürich

Herr Assfalg, was sind die Ziele des gutgeheissenen Projekts Clusterbildung und wie sieht die Prioritätensetzung bei der Identifikation der neuen Cluster aus?
Die Ziele heissen: Eruierung potentialstarker Cluster im Metropolitanraum und deren koordinierte Förderung. Die Priorisierung erfolgt nach ökonomischen und nach politisch-geografischen Kriterien.

Was verstehen Sie unter einem erfolgreichen Clustermanagement?
Unter Clustermanagement wird die Vernetzung von Unternehmungen der gleichen Branche untereinander und mit Forschungsstätten zur Optimierung von Wert- und Wissensschöpfungsketten sowie die Steigerung der Innovation und Akquisition/Ansiedelung von neuen Firmen verstanden.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Clusterbildung und dem Projekt Green Region?
Ja. Es gibt Synergien im Bereich der Energie- und Gebäudetechnik (z.B. Wärmeisolation, Lüftung).

Mit welchen Massnahmen kann die wirtschaftliche Ausstrahlungskraft des Metropolitanraums Zürich im internationalen Kontext gestärkt werden?
Die wirtschaftliche Ausstrahlungskraft kann durch die Abbildung erfolgreicher Cluster über die Kantonsgrenzen hinweg und die Übernahme der Themenführerschaft gestärkt werden.

In welchen Branchen sind Cluster vorhanden?
In den Branchen Life Science, Informations- und Kommunikationstechnologie, Medtech, Energie- und Gebäudetechnik, Elektrotechnik / Elektronik, Metall- und Maschinenbau, Nanotechnologie, Media in Verbindung mit Kreativwirtschaft, Kunststoff, Automobil und Textil (in diesen Clustern sind die politisch-geografischen Kriterien erfüllt).

Welche Ansätze zur Clusterförderung stehen im Vordergrund?
Zur Clusterförderung im Metropolitanraum Zürich wurden die beiden Szenarien "Status quo+" und "Clusterorientierte Zusammenarbeit in variabler Geometrie" geprüft. Im Szenario "Status quo+" erfolgt die Koordination ad hoc unter den interessierten Kantonen und Gemeinden. Eine institutionalisierte Form der Clusterförderung besteht nicht. Im Szenario "Clusterorientierte Zusammenarbeit in variabler Geometrie" arbeiten die interessierten Kantone und Gemeinden hinsichtlich der Steuerung in einer institutionell verankerten Form zusammen. 

Was sind die Grundvoraussetzungen für ein nachhaltiges Wachstum?
Innovative Technologien und verantwortungsbewusste Rahmenbedingungen sind die Grundvoraussetzungen für ein nachhaltiges Wachstum.

Wie kann im Metropolitanraum Zürich der Finanzplatzcluster gestärkt werden?
Da im Finanzcluster die politisch-geografischen Kriterien nicht erfüllt sind, ist er nicht zur Stärkung via Metropolitankonferenz vorgesehen.

Welche Faktoren sind im Wettbewerb mit anderen Hochlohnländern zu berücksichtigen, resp. wie positioniert sich hier der Metropolitanraum Zürich?
Der Metropolitanraum Zürich positioniert sich durch ständige Innovation von Produkten und Dienstleistungen sowie durch strukturelle Anpassungen der Prozesse.

Was ist die Rolle des Metropolitanraums in der attraktiven Gestaltung des Arbeitsmarkts (Problematik: kurzfristige Verfügbarkeit hochqualifizierter Arbeitskräfte)?
Einerseits ist der Metropolitanraum im Einzugsgebiet der Hochschulen (Universitäten, Fachhochschulen) und es gibt zahlreiche Lehrlingsausbildungen, die hochqualifizierte Abgänger für den Arbeitsmarkt bereitstellen - andererseits ist der Metropolitanraum aufgrund seiner Cluster attraktiv für ausländische, hochqualifizierte Arbeitskräfte.

Wo stehen wir heute, was sind die nächsten Projektschritte?
Die folgenden Schritte sind abgeschlossen: Inventar der Clusterlandschaft, Detailanalyse/Auswahl Cluster, Entwicklung Ansätze zur Clusterförderung und Konzeption Clustermanagement. Nächster Schritt wäre: Entwicklung Umsetzungskonzept mit einem Cluster als Pilot.

 

Interview: Julia Weber

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aktualisiert: 21.12.2011, 17:48