Die Frühlingskonferenz 2019 im Rückblick

Letzten Freitagnachmittag, dem 24. Mai 2019, lud die Metropolitankonferenz Zürich zur Frühlingskonferenz im Zürcher Stadthaus ein. Teilgenommen haben die stimmberechtigen Kantone, Städte und Gemeinden sowie assoziierte Mitglieder und Gäste. Nebst formaler Vereinsgeschäfte widmete sich die Konferenz auch drei Projekten, welche kürzlich abgeschlossen werden konnten: «Strukturwandel im Detailhandel», «Digitales 3D-Limmatstadtmodell» und «Smart Use»

Trotz Klimastreik und Hochzeiten fanden zahlreiche Gäste ihren Weg zur Frühlingskonferenz im schönen Musiksaal des Zürcher Stadthauses. Nach der Begrüssung durch den wiedergewählten Vereinspräsidenten Michael Künzle wurden das Budget 2020 und die beantragte Teilrevision der Statuten einstimmig angenommen. Mit der Statutenrevision wird nun von der funktional-räumlichen Definition und nicht mehr von der statistischen Definition des Perimeter ausgegangen.

Die Stadt Kreuzlingen sowie die Gemeinden Glarus Nord und Glarus Süd wurden als neue Vollmitglieder der Metropolitankonferenz Zürich aufgenommen und willkommen geheissen.

Im Anschluss wurden Carmen Walker Späh, Regierungsrätin des Kantons Zürich, als Vereinsvizepräsidentin der Metropolitankonferenz Zürich und Peter Neukomm, Stadtpräsident von Schaffhausen, als neue Vertretung der Städte-/Gemeindekammer in den Metropolitanrat gewählt und begrüsst.

In dieser neuen Konstellation widmete sich die Metropolitankonferenz Zürich anschliessend den laufenden Projekten.

Workshop «Strukturwandel im Detailhandel»

Der Projektleiter Simon Keller (Stadtentwicklung Zürich) präsentierte den Gästen acht ausgewählte Handlungsempfehlungen, zu denen sie im Anschluss in Gruppen diskutierten: 1) Haltung betreffend Umgang mit Shopping Center / Fachmärkten erarbeiten, 2) Bestehende Zentrumsstrukturen stärken, 3) Plattform für den Dialog schaffen, 4) Kundenorientierte Ladenöffnungszeiten, 5) Marktverzerrungen korrigieren, 6) Parkplatzvorschriften während Öffnungszeiten an Kundenbedürfnisse orientieren, 7) Logistik in strategische Zentrumsplanung integrieren, 8) Kümmerer einsetzen.

Die Gäste entschieden über die Zuständigkeiten der verschiedenen Handlungsempfehlungen. Während viele der Massnahmen vor allem auf kommunaler (bspw. Shopping Center, Plattformen für den Dialog), auf kantonaler (bspw. Parkplatzvorschriften) oder auf Bundes-Ebene (Ladenöffnungszeiten) weiterverfolgt werden müssten, konnten auch Zuständigkeiten für die Metropolitankonferenz Zürich identifiziert werden. So wird ihre Rolle vor allem im Bereich des Wissenstransfers in Form von Best Practices gesehen. Sie muss eine Plattform bieten, um den Austausch zu fördern, der über die föderalen Grenzen hinauszugehen vermag. Eine solche Plattform bietet die Metropolitankonferenz Zürich unter anderem in Form ihrer Praxis-Seminare.

Mehr Informationen zu Strukturwandel im Detailhandel finden Sie hier.

Zum Schluss wurden die Ergebnisse der beiden Kooperationsprojekte «Digitales 3D-Limmatstadtmodell» und «Smart Use» präsentiert, welche aus der letzten Ausschreibung zum Themenschwerpunkt «Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum» hervorgegangen sind.

Digitales 3D-Limmatstadtmodell

Nach einer Einführung durch den Projektgötti Roland Kuster (Stadtammann Wettingen) präsentierte die Projektleiterin Jasmina Ritz (Limmatstadt AG) zusammen mit Matthias Knuser (Raumgleiter AG) das schweizweit erste digitale Modell für eine ganze Region: auf www.limmatstadt-digital.ch bildet es den dynamischen Lebens- und Wirtschaftsraum Limmattal von Zürich bis Baden ab und stellt Projekte der Stadtentwicklung verständlich dar. Damit bietet das Modell eine ideale Grundlage für den Dialog mit der Bevölkerung und fördert deren Kooperation und Partizipation. Die Pilotregion Limmattal hat somit einen themen- und grenzübergreifenden Charakter. Dank der öffentlichen Zugänglichkeit und der Skalierbarkeit des Modells wird ein nachhaltig erkennbarer Mehrwert für den gesamten Metropolitanraum Zürich erzielt, denn das Modell lässt sich auf weitere Regionen im Metropolitanraum Zürich ausweiten. Die Mitglieder der Metropolitankonferenz Zürich können ihre Projekte zu Sonderkonditionen auf der App unter www.archscape.ch modellieren.

Mehr Informationen zum digitalen 3D-Limmatstadtmodell finden Sie hier.

Smart Use

Lange stand bei Fragen zur Raumentwicklung die Angebotsplanung im Vordergrund. Projektgotte Carmen Walker Späh, die sich als Zürcher Volkswirtschaftsdirektorin intensiv mit Themen der Verkehrsplanung beschäftigt, schwärmte: „Das Tool ermöglicht komplett Neues für die Raumplanung. Es ist liecht revolutionär!“ Die Projektleiter Joris van Wezemael (ETH), Markus Schäfer (Hosoya Schaefer Architekten) und Oleg Lavrovsky (Datalets) erklärten gemeinsam, wie sich «Smart Use» stärker auf das tatsächliche Verhalten der Nutzer abstützt und ein besseres Verständnis der Nachfrage auf Basis neuer Datenquellen erlaubt: für das Tool wurden Routinen zwischen Wohnen, Arbeit und Freizeit im Metropolitanraum Zürich analysiert und ein Fokus auf die Nutzungsqualität und -intensität von öffentlichen Räumen, Strassen- und Freiräumen gelegt. Dazu wurden verschiedene Daten hinzugezogen, unter anderem von Swisscom.

Anhand einer Case Study aus der Stadt Zug wurde den Gästen live vorgeführt, wie die verschiedenen Daten die Raumentwicklung zukünftig in Richtung einer nutzerzentrierten Vorgehensweise bewegen kann.

Sehen Sie hier das Video zur Case Study Zug.

Die Städte, Kantone und Gemeinden des Metropolitanraums Zürich erhalten somit auf www.smartuse.ch Zugang zu einer neuen Plattform mit einem benutzerfreundlichen Tool für die Raumentwicklung, neue Einsichten und konkrete Hinweise, die sie bei der Planung und Umsetzung eigener Massnahmen berücksichtigen können.

Mehr Informationen zu Smart Use finden Sie hier.

Save-the-Date für den zweiten Metropolitan-Tag

Die nächste Konferenz findet als Metropolitan-Tag zum Thema «Mit neuen (Gesundheits)-Modellen die Peripherie stärken» am 22. November 2019 in Zürich statt.

Hier können Sie sich ab sofort anmelden!

 

Marie-Joëlle Eschmann, Mai 2019

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