Optimierung der Pendlerströme als gesellschaftliches Thema

 

Gemeindeinvolvierung im Rahmen von Projekten der Metropolitankonferenz

Im September 2017 wurde das Projekt «Brechen der Verkehrsspitzen» im Interview mit Armin Tschopp, SBB Relationship Manager Personenverkehr Region Mitte, erneut aufgegriffen.
Dieses Projekt setzte sich zum Ziel, Massnahmen zum Brechen oder zumindest Glätten der Verkehrsspitzen im ÖV und Strassenverkehr auszuarbeiten, ohne die Verkehrsinfrastrukturen ausbauen zu müssen. Eine Reduktion des Verkehrsaufkommens kann durch organisatorische Massnahmen im Ausbildungs- und Arbeitsverkehr erreicht werden. Kantonen, Regionen und Gemeinden wurde unter anderem empfohlen, Anpassungen in den Stundenplänen ihrer Schulen vorzunehmen.
Einige (Hoch-)Schulen im Kanton Zug haben diese Empfehlung bereits umgesetzt. Ihre Unterrichtszeiten sind auf den ÖV abgestimmt und nach hinten verschobenen.

Das GIBZ Gewerblich-industrielles Bildungszentrum Zug ist ein Beispiel dafür, wie zur Beruhigung der Spitzenzeiten im öffentlichen Verkehr beigetragen werden kann. Die Schulleitung hat die Frage der Stundenplananpassungen für die verschiedenen Bildungsformate der Grund- und Weiterbildung untersucht und per Schuljahr 2017/18 eingeführt.
Durchschnittlich starten morgens 750 Lernende der Grundbildung in 45 Klassen und in der Weiterbildung besuchen täglich rund 150 Lernende verschiedene Veranstaltung.
Beat Wenger, Rektor des GIBZ berichtet, dass bisher drei Massnahmen umgesetzt worden sind: Erstens wurde der Startpunkt der Unterrichtseinheiten um 07.50 Uhr auf drei Startzeiten von 07.50 - 09.45 Uhr verteilt. Zweitens wurden die Anfangszeiten des Unterrichts auf verschiedene Themenschwerpunkte fixiert. Um 07.00 Uhr und um 08.40 Uhr beginnt der Fach- und allgemeinbildende Unterricht, inklusive Berufsmaturität, um 07.20 Uhr startet der Sportunterricht und um 08.30 Uhr beginnen die Weiterbildungsformate. Drittens wurde beim Aufteilen darauf geachtet, dass berufsspezifische Gewohnheiten berücksichtigt werden können. Berufstätige aus dem Bauhaupt- und Nebengewerbe erscheinen früher zum Unterricht als solche aus dem Dienstleistungssektor. Die Aufteilung der Anfangszeiten hat gegenüber der Verschiebung der Anfangszeiten den Vorteil, dass die über drei Lektionen verteilte Mittagspause weiterhin gewährleistet werden kann.

Durch diese zeitliche Verlagerung des täglichen Schulbeginns und -endes wird der Besuch der Lernenden und Lehrpersonen über den Tag verteilt und die hochfrequentierten Zug- und Buskurse können ohne eines Ausbaus der Verkehrsinfrastruktur entlastet werden.
Mehr Informationen zum Projekt «Brechen der Verkehrsspitzen» finden Sie hier.

Geraldine Neeser, Mai 2019

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