Wissenschaft spielerisch entdecken im Technolino

Vor zehn Jahren gründeten Sandrine und Jean Christophe Gostanian die Kindercity, in welcher Kinder Wissenschaft spielerisch entdecken können. Das neuste Angebot ist das Labor Technolino: Lehrlinge aus verschiedenen Industriebranchen geben ihr Wissen an Kinder zwischen zwei und zwölf Jahren weiter. Sie verbringen einen Teil ihrer Lehre im «Haus der Lehrlinge» in der Kindercity, bauen Labors und bringen den Kindern Themen wie Automation, Robotics, Energie und Computing näher. Das Projekt ist ein Best-Practice-Beispiel aus dem Projekt Fachkräftepotenzial. Ein Interview mit Sandrine Gostanian.

Frau Gostanian, welche Idee steckt hinter dem Labor Technolino?
Wir haben bemerkt, dass es sehr schwierig ist, Kindern technisches Wissen auf gewöhnlichem Weg zu vermitteln. Dies nicht etwa, weil den Kindern das Verständnis fehlt, sondern weil weder Eltern noch Pädagogen in der Regel über das notwendige Wissen verfügen. Im Technolino erwerben die Kinder nicht nur Know-how, das ihnen von begeisterten Lehrlingen vermittelt wird, sondern finden durch die Arbeit im Labor auch einen praktischen Zugang zum Erlernten.

Weshalb sind Lehrlinge die geeigneten Lehrer?
Wie gesagt fehlt den Eltern und Pädagogen oft das notwendige Wissen. Experten hingegen fehlt für die Teilnahme an einem solchen Projekt schlicht die Zeit. Lernende haben beides: Know-how und Zeit. Mit ihrem Enthusiasmus stecken die Lernenden die Kinder sehr schnell an.

Wie hoch ist der Anteil Mädchen?
Der liegt bei 50 Prozent. Und die Mädchen sind genau gleich begabt wie die Jungen und haben den gleichen Enthusiasmus.

Wie beziehen Sie die Eltern mit ein?
Die Eltern können das Kind im Labor begleiten und selbst am Programm teilnehmen. Viele Eltern sind sehr interessiert und nutzen die Möglichkeit, um selbst Fragen zu stellen. Dies ist sehr wichtig, damit der Austausch über Technik auch zu Hause weitergehen kann und die Wirkung des Projekts nicht gleich wieder verpufft.

Was hat Sie dazu bewogen, mit Technolino am Projekt Fachkräftepotenzial teilzunehmen?
Das Projekt bietet uns allen eine einmalige Netzwerkplattform. Es gibt unzählige Projekte im Bereich der MINT-Nachwuchsförderung, private und öffentliche. Im Rahmen des Projekts konnte ich mich mit anderen Akteuren austauschen. Ich bin zuversichtlich, dass wir den für alle Beteiligten wertvollen Austausch auch über die Projektdauer hinaus weiter pflegen werden – das gemeinsame Ziel aller Teilnehmenden ist ja schliesslich, unseren Wirtschaftsstandort mit koordinierten und effizienten Massnahmen zu stärken.

26.02.2015