Für grenzenlos schöne Städte-Erlebnisse – ein Plädoyer

Die Metropolitankonferenz hat kürzlich ein Projekt lanciert zur Positionierung des Metropolitanraumes Zürich als Tourismusregion. Dabei arbeiten Institutionen und Leistungsträger aus verschiedenen Gemeinden und Kantonen grenzübergreifend zusammen. Wir wollten es vom Fachmann wissen: Haben politische Grenzen für Touristen eine Bedeutung? Oder knackiger gefragt: Merken Touristen, dass Zürich nicht an der Stadt- oder Kantonsgrenze aufhört?

Ein Gastbeitrag von Jürg Schmid, Direktor Schweiz Tourismus

«Gäste, welche die Schweiz bereisen, lieben lokale Eigenheiten und Spezialitäten – ob Gastronomie, Brauchtum oder Architektur. Ein «Züri-Gschnätzlets» schmeckt halt nirgends so gut wie in Zürich selber. Dabei völlig unwichtig sind Grenzen jeglicher Art – politische, organisatorische, geografische. Solche Trennlinien sind in der Wahrnehmung der Gäste schlicht inexistent. Und das ist auch richtig so.

Der Bewegungsraum eines Gastes ist unterschiedlich, je nachdem, ob er reise- und schweizerfahren aus einem Nahmarkt kommt oder noch unvoreingenommen von einem relativ neuen Fernmarkt stammt. Beide reisen sie aber entlang von Erlebnissen, nicht entlang touristischer Zuständigkeitsbereiche.

Bestes Beispiel ist eine Schifffahrt quer über den Zürichsee: Rapperswil und Zürich gehören für den Gast zur gleichen Erlebnisdimension und bilden nichts anderes als einen logischen und nachvollziehbaren Planungsraum der Reise. Dass das Schiff soeben drei Kantone befahren hat, erwähnt weder der Kapitän, noch weisen auf der Wasseroberfläche schwimmende Grenzlinien darauf hin.

Die Schlussfolgerung liegt auf der Hand: Eine Zusammenarbeit über Gemeinde- und Organisationsgrenzen hinweg ist unabdingbar. Zürich Tourismus macht das vorbildlich und bietet dem Gast mit all den eingegangenen Kooperationen einzigartige Erlebnisse aus einem Guss.

Dies alles gilt insbesondere auch für den Meetingbereich. Die Kombination aus zentraler Lage und attraktiver Erlebnisdimension ist für den Kongress-Standort Zürich geradezu perfekt. Die Optimierung der entsprechenden Infrastruktur kann ich aus touristischer Sicht nur begrüssen. Denn alles ist bereit für ein State-of-the-art-Kongressangebot: die qualitativ hochstehende Hotellerie mit freien Kapazitäten, die Wirtschaft, um über einen gestärkten Tourismus die Wertschöpfung und damit das Risiko zu diversifizieren, und der Detailhandel, der auf kaufkräftige Kongressgäste zählen kann.»

Jürg Schmid, Direktor Schweiz Tourismus

Dezember 2014