Abschluss des Projektes «Metropolitane Tourismusregion»

Wie keine andere Region verfügt der Metropolitanraum Zürich über grosse Kapazitäten im Bereich Geschäftstourismus: Mehrere Städte haben Kongresszentren mit Kapazitäten für bis zu 5'000 Personen, ein zuverlässiges Verkehrssystem sowie eine grosse Anzahl an Angeboten innerhalb kurzer Distanzen. Diese Möglichkeiten bieten für den Metropolitanraum Zürich grosses Potenzial, um sich als gemeinsame Tourismusregion im In- und Ausland zu etablieren. Das Projekt «Metropolitane Tourismusregion» der Metropolitankonferenz zeigt Möglichkeiten auf, wie die gemeinsame Tourismusregion gestärkt werden kann und stellt ein einzigartiges Lösungsmodell zur Zusammenarbeit zwischen den Anbietern vor.

Der Metropolitanraum Zürich ist die grösste Tourismusregion der Schweiz. Dabei kommt dem Geschäftstourismus eine wichtige Rolle zu: Jede fünfte Übernachtung wird im Rahmen einer Geschäfts-/ oder Tagungsreise abgewickelt, die Tagungswirtschaft bringt schweizweit rund 2 Milliarden Franken Umsatz ein. Zudem fördert der Geschäftstourismus die Nachfrage nach touristischen Freizeitangeboten. Vor diesem Hintergrund will das Projekt «Metropolitane Tourismusregion» den Metropolitanraum Zürich als gemeinsame Tourismusregion positionieren und hat dafür ein Modell erarbeitet, das den verschiedenen Anbietern die Möglichkeit gibt, untereinander ein Netzwerk aufzubauen.

Schlüsselwort «Coopetition»

Im Zentrum des Lösungsmodells stehen nicht die Kunden bzw. Touristen, sondern die Anbieter von Tagungsgeschäften, sprich beispielsweise Hotels, Kongresszentren, Logistikanbieter und Cateringfirmen. Zentral ist, dass die Anbieter die Möglichkeit haben sich zu vernetzen. Das Projekt setzt deshalb auf «Coopetition» (Cooperation und Competion), das heisst, dass die Anbieter zwar grundsätzlich konkurrieren, in gewissen Bereichen aber zusammenarbeiten. So soll eine konstruktive Beziehung zwischen den Anbietern entstehen, Informationen und Erfahrungen können ausgetauscht und der Metropolitanraum als ganzes gestärkt werden. Wichtig dabei ist, dass die Anbieter ein gemeinsames Ziel vor Augen haben und dadurch bereit sind, zusammenzuarbeiten. Projektleiter Thomas Lütolf stellt fest: «Zur Zeit grenzen sich die Anbieter häufig stark voneinander ab. Die Kultur der Coopetion ist gewohnheitsbedürftig. Mit dem Projekt «Metropolitane Torismusregion» wollen wir diese Art der Zusammenarbeit stärken.»

Grundlage eines funktionierenden Coopetition-Ansatzes ist es, dass es ein Netzwerk gibt, das den Austausch unter den Anbietern ermöglicht. Für das Projekt wurde in verschiedenen Workshops mit Vertretern aus Wirtschaft und Verwaltung nach Lösungsansätzen gesucht, um eine institutionelle Grundlage zur Vernetzung zu schaffen. Gemeinsam erarbeiteten die Gruppen ein Lösungsmodell mit drei Gefässen: Einer Denkfabrik, einem Forum und einer Förderstelle. Die Denkfabrik besteht aus sechs bis acht Persönlichkeiten der Trend-/ und Zukunftsforschung und versteht sich als Motor für die Entwicklung neuer Ideen. Im jährlich stattfindenden Forum können dann die Ideen aus der Denkfabrik einer breiten Gruppe von Führungskräften und Anbietern aus dem Bereich Wirtschaft und Tourismus vorgestellt werden. Das Forum vertieft die in der Denkfabrik diskutierten Themen und entscheidet über die Umsetzung einer Idee. Dies geschieht, indem das Forum die Projektidee der Förderstelle weiterleitet. Das Vergabegremium besteht aus Vertretern der Metropolitankonferenz sowie eins bis drei Standortförderungsorganisationen und entscheidet über die Höhe der finanziellen Unterstützungsbeiträge. Eine Geschäftsstelle koordiniert und gewährleistet den Informationsfluss zwischen diesen drei Gefässen und der Metropolitankonferenz. Remo Rey war mit der Sachbearbeitung beauftragt und ist überzeugt: «Mit diesem Lösungsansatz haben wir eine Möglichkeit gefunden, wie sich die Anbieter vernetzen können. Für den Metropoltianraum als Ganzes kann so die Wertschöpfung des Geschäftstourismus gesteigert werden.»

Lösungsmodell
Das Lösungsmodell im Überblick

Das Modell ist neuartig. Es ist gewissermassen ein Experiment und muss erst erprobt werden, bevor es verstetigt wird. Gleichzeigt ist es auch eine Chance, weil das Modell alle relevanten Akteure der Tagungswirtschaft einschliesst und so das Vertrauen für die gegenseitige Geschäftsvermittlung branchenweit fördert.

Hier geht es zum vollständigen Abschlussbericht und zum Projekt-Factsheet.

Athéna Martinez, Dezember 2016