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«SmartGridReady – In einem intelligenten Netz können der Verbrauch und die Produktion automatisiert aufeinander abgestimmt werden»

Die Digitalisierung ist einer der grössten Treiber in der Energiebranche. Die Gemeindewerke müssen neben der Sicherstellung der Energieversorgung ihre Rolle im sich stark wandelnden Umfeld finden. Das Projekt «Zukunft Verteilnetz Gemeindewerke – SmartGridReady» soll Handlungsempfehlungen erarbeiten, um die Umsetzung eines Smart Grids für kleine Verteilnetzbetreiber zu unterstützen.

1. Das Projekt «Zukunft Verteilnetz Gemeindewerke – SmartGridReady» wurde von den Mitgliedern der Metropolitankonferenz Zürich im Rahmen des Kooperationsprojektes, das 2019 ausgeschrieben wurde, bewilligt. Was ist der aktuelle Stand?
M.F.: Wir haben mit den Projektpartnern, sieben Gemeindewerken und dem Verein «SmartGridready» Interviews geführt. Daraus konnten wir eine Umfeld- und SWOT-Analyse erstellen. Diese und die daraus entstandenen Erkenntnisse haben wir an einem Workshop mit den Projektpartnern gespiegelt. Ausserdem wurden die Frage nach der Systemgrenze zwischen Verteilnetzbetreiber und Kunde, die Konsequenzen des Smartmeter-Rollouts und „«Make-or-Buy»-Entscheidungen diskutiert. Im nächsten Schritt werden nun mögliche Handlungsempfehlungen ausgearbeitet.

2. Mit einer «SmartGridReady»-Infrastruktur können die Komponenten eines Verteilnetzes anderen Komponenten wie beispielsweise mit EnergielieferantInnen, Systemen und Produkten kommunizieren. Wie muss man sich diese Art von Kommunikation konkret vorstellen?
P.B.: Es wird darum gehen, dass beispielsweise der Verteilnetzbetreiber weiss, wer wann und wo wieviel Energie verbraucht bzw. produziert und dementsprechend reagieren kann. Wie die Kommunikation im Detail aussehen wird, ist heute noch nicht definiert und hängt nicht von unserem Projekt ab, sondern von der technischen Entwicklung der Komponenten sowie der Umsetzung des Smartmeter Rollouts und den zukünftigen Systemen für die Energiedatenerfassung und -verarbeitung. In unserem Projekt geht es darum, Handlungsempfehlungen auf strategischer Ebene zu identifizieren, um technische Lösungen in Zukunft besser und bewusster auszuwählen.

P.B.: Es wird darum gehen, dass beispielsweise der Verteilnetzbetreiber weiss, wer wann und wo wieviel Energie verbraucht bzw. produziert und dementsprechend reagieren kann. Wie die Kommunikation im Detail aussehen wird, ist heute noch nicht definiert und hängt nicht von unserem Projekt ab, sondern von der technischen Entwicklung der Komponenten sowie der Umsetzung des Smartmeter Rollouts und den zukünftigen Systemen für die Energiedatenerfassung und -verarbeitung. In unserem Projekt geht es darum, Handlungsempfehlungen auf strategischer Ebene zu identifizieren, um technische Lösungen in Zukunft besser und bewusster auszuwählen.

3. Mit intelligenten Netzen können Investitionen in die Infrastruktur gezielt dort eingesetzt werden, wo sie die grösste Wirkung entfalten. Damit entfällt der kostspielige Ausbau einer statischen Infrastruktur. Welche weiteren Vorteile ergeben sich für Gemeindewerke?
M.F.: In einem intelligenten Netz können der Verbrauch und die Produktion automatisiert aufeinander abgestimmt werden. Ein grosser Vorteil ist sicher, dass die Verteilnetze transparenter werden. Heute wissen die Gemeindewerke, wo was verbaut ist, aber sie sehen nicht aktuell wie das Netz belastet ist. Das ist heute für die meisten nicht weiter tragisch, da die Netze mit einer gewissen Reserve gebaut worden sind.
Ein weiterer Aspekt ist das Potential intelligenter Nutzung der vielen Daten, die aufgrund des gesetzlich geforderten Smartmeter-Rollouts bald erhoben werden.

4. Welche Herausforderungen stehen den Gemeindewerken bevor?
P.B.: Wir sind im Projekt dran, Herausforderungen und Massnahmen zu deren Überwindung zu formulieren.
Eine Herausforderung ist die zunehmende Regulierung. Die Gemeindewerke können z.T. die Konsequenzen von Gesetzesänderungen nicht abschätzen und sehen ihre Interessen zu wenig vertreten beim Gesetzgeber.
Durch die Digitalisierung und die Dezentralisierung gibt es neue Themen, die auch neue Jobprofile erfordern. Das birgt die Schwierigkeiten, die bestehenden Mitarbeitenden hinsichtlich der zukünftigen Anforderungen weiterzubilden oder neue Mitarbeitende zu rekrutieren. Es braucht einen Kulturwandel.

5. Beim Projektabschluss liegen den Gemeindewerken des Metropolitanraums Zürich konkrete Handlungsempfehlungen vor. Was sind anschliessend die nächsten Schritte, um einem «Smart Grid» näher zu kommen?
M.F.: Genau, mit dem Projekt wollen wir Handlungsempfehlungen abgeben, damit die Gemeindewerke dort abgeholt werden, wo sie heute stehen. Somit ist das erst der Anfang eines Prozesses. Jedes Gemeindewerk muss für sich feststellen, wo es steht, wo es hinwill und mit welchen Massnahmen es das individuelle Ziel erreicht. Die Handlungsempfehlungen sollen auch für Gemeindewerke anwendbar sein, die nicht am Projekt teilnehmen und sie auf dem Weg zum Smart Grid unterstützen. Ein Smart Grid wird notwendig sein, um die Energiestrategie 2050 des Bundes umzusetzen.

Mevina-Feuerstein

Mevina Feuerstein (M.F.), Amstein + Walthert AG

Peter-Bomatter

Peter Bomatter (P.B.), Schnyder Ingenieure ZG AG