Beitritt Zürichsee-Linth: Neues Vereinsmitglied der Metropolitankonferenz Zürich
Die Region Zürichsee-Linth tritt dieses Jahr als vierte regionale Körperschaft dem Verein Metropolitranraum Zürich bei. Neu partizipieren neben unseren bisherigen Mitgliedern Rapperswil-Jona, Eschenbach, Uznach und Schänis auch die folgenden Gemeinden als Teil der Körperschaft Zürichsee-Linth: Gommiswald, Kaltbrunn, Schmerikon, Benken, Amden und Weesen. Wir durften Barbara Dillier, Stadtpräsidentin von Rapperswil-Jona, Beisitzerin des Vereins Region Zürichsee-Linth und neu auch Metropolitanrätin der Metropolitankonferenz Zürich anlässlich des Beitritts interviewen.
1. Frau Dillier, der Verein Region Zürichsee-Linth ist seit Anfang 2026 regionales Mitglied der Metropolitankonferenz Zürich. Was waren die ausschlaggebenden Beweggründe und Überlegungen für diesen Entscheid?
Barbara Dillier: Der Metropolitanraum Zürich ist einer der wichtigsten Wirtschafts- und Lebensräume der Schweiz. Für die Region Zürichsee-Linth ist es deshalb wichtig, dort mit am Tisch zu sitzen, wo über Mobilität, Raumplanung und wirtschaftliche Entwicklung gesprochen wird. Der Beitritt ist ein klares Signal: Wir wollen unsere Region aktiv einbringen und gemeinsam Lösungen für die Zukunft gestalten.
2. Der Verein Region Zürichsee-Linth vertritt die Interessen von rund 70’000 Einwohnerinnen und Einwohnern in zehn Gemeinden zwischen Zürichsee und Walensee. Was zeichnet diese Region aus? Wofür steht sie und welche gemeinsamen Anliegen eint die Mitgliedsgemeinden besonders?
Barbara Dillier: Die Region verbindet attraktive Landschaften zwischen Zürichsee und Walensee mit einer hohen Lebensqualität, einer starken KMU-Struktur und einer wachsenden Bevölkerung.
Gleichzeitig ist sie ein wichtiger Pendler- und Wirtschaftsraum. Uns eint das Ziel, diese Qualitäten zu erhalten und gleichzeitig Infrastruktur, Mobilität und wirtschaftliche Entwicklung gemeinsam weiterzuentwickeln.
3. Der Verein übernimmt eine regionale Scharnier- und Schnittstellenfunktion zwischen Stadt und Land, Berg und See sowie Innovation und Tradition. Wie schlägt sich diese Brückenfunktion konkret in der täglichen Arbeit der Region nieder – und welche Themen stehen aktuell im Zentrum?
Barbara Dillier: Die Region Zürichsee-Linth ist tatsächlich eine Brücke: zwischen urbanen Zentren und ländlichen Räumen, zwischen Wirtschaft, Tourismus und Lebensraum. In der täglichen Arbeit bedeutet das vor allem Koordination, etwa bei Fragen der Siedlungsentwicklung, der Mobilität, der Standortförderung oder bei regionalen Projekten, die mehrere Gemeinden betreffen.
4. Der Verein Metropolitanraum Zürich vertritt die Anliegen seiner Mitglieder auf Bundesebene, bietet eine Plattform für den Informationsaustausch und setzt sich für einen starken Wirtschafts- und Lebensraum ein. Welchen konkreten Mehrwert sehen Sie für die Gemeinden der Region Zürichsee-Linth mit dieser Mitgliedschaft?
Barbara Dillier: Viele Herausforderungen lassen sich heute nicht mehr allein auf Gemeindeebene lösen. Gerade bei Verkehr, Wirtschaft oder Raumplanung braucht es Zusammenarbeit über Kantons- und Gemeindegrenzen hinweg. Die Metropolitankonferenz Zürich bietet dafür eine wertvolle Plattform – und sie stärkt die Stimme unserer Region.
5. Das Alleinstellungsmerkmal der Metropolitankonferenz Zürich liegt in der Verbindung von Kantonen, Regionen, Städten und Gemeinden über alle Staatsebenen hinweg. Worin sehen Sie darin Potenzial für die Stärkung Ihrer Region?
Barbara Dillier: Gerade in der Schweiz sind viele Aufgaben zwischen Gemeinden, Kantonen und Bund verteilt. Die Metropolitankonferenz Zürich schafft hier eine Plattform, auf der diese Ebenen zusammenarbeiten können. Für unsere Region eröffnet das die Chance, frühzeitig an wichtigen Diskussionen beteiligt zu sein und unsere Interessen wirksam einzubringen.
6. Sie selbst sind neu Mitglied des Metropolitanrats, dem von der Metropolitankonferenz Zürich gewählten Vorstand des Vereins. Mit welchen konkreten Themen oder Impulsen möchten Sie sich in diesem Gremium einbringen?
Barbara Dillier: Mir ist wichtig, dass auch Regionen ausserhalb der grossen Städte gehört werden. Themen wie eine gute Verkehrsanbindung, nachhaltige Raumentwicklung oder die Stärkung regionaler Wirtschaftsstandorte sind für unsere Gemeinden zentral. Hier möchte ich die Perspektive der Zürichsee-Linth-Region aktiv einbringen.
7. Sie tragen gleich mehrere Rollen: Stadtpräsidentin von Rapperswil-Jona, Beisitzerin in der Geschäftsleitung des Vereins Region Zürichsee-Linth und neu Metropolitanrätin. Wie gelingt es Ihnen, diese Funktionen zielführend miteinander zu verbinden – und wo sehen Sie mögliche Synergien?
Barbara Dillier: Diese Funktionen ergänzen sich sehr gut. Als Stadtpräsidentin von Rapperswil-Jona kenne ich die Herausforderungen einer wachsenden Stadt. Im Vorstand der Region Zürichsee-Linth geht es um die Zusammenarbeit der Gemeinden. Und im Metropolitanrat kann ich diese regionalen Anliegen auf einer noch grösseren Ebene einbringen. Gerade diese Vernetzung schafft Synergien.
8. Sie sind die erste Frau im Amt der Stadtpräsidentin von Rapperswil-Jona – der zweitgrössten Stadt des Kantons St. Gallen. Inwiefern bringen Sie diesen Erfahrungshorizont auch in Ihre neue Rolle im Metropolitanrat ein, etwa wenn es um Fragen der Repräsentation oder des gesellschaftlichen Zusammenhalts geht?
Barbara Dillier: Dass ich als erste Frau dieses Amt ausüben darf, freut mich – vor allem aber sehe ich darin eine Verantwortung. Führung bedeutet heute, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Genau diesen Ansatz bringe ich auch in meine Arbeit im Metropolitanrat ein.
9. Zu den Zielen der Metropolitankonferenz zählen der gesellschaftliche Zusammenhalt im Metropolitanraum sowie die Pflege der kulturellen Vielfalt, die Gestaltung von Integration und die Förderung der Identifikation mit dem Raum. Welche dieser Dimensionen sind für die Region Zürichsee-Linth besonders relevant und wo sehen Sie in den nächsten Jahren den grössten Handlungsbedarf?
Barbara Dillier: Für unsere Region ist besonders wichtig, dass Wachstum und Lebensqualität im Gleichgewicht bleiben. Dazu gehören Integration, kulturelle Vielfalt und eine starke regionale Identität. Gerade in einer dynamischen Region müssen wir darauf achten, dass sich Menschen weiterhin mit ihrem Lebensraum identifizieren können und sich als Teil dieser Gemeinschaft fühlen.
Barbara Dillier, Stadtpräsidentin von Rapperswil-Jona